Was für ein Erlebnis! Mit Color Line, Havila und Norway ProTravel unterwegs von Kiel nach Trondheim.
„Unverhoff kommt oft“, sagt man so schön. In meinem Fall trat es kurz nach meiner Rückkehr von den Lofoten ein. Noch voll mit wunderschönen Eindrücken des Mega Famtrips von Discover Airlines und Arctic Earth Adventure, tauchte plötzlich die Möglichkeit auf, per Fähre, Bahn und Schiff Norwegen noch intensiver kennenzulernen. Eine Einladung von Norway ProTravel, einem unserer Partner für individuelle Reisen in den Norden, Color Lines und Havila Voyages, die wir im Handumdrehen annahmen, natürlich, was sonst..?!
Eine DB-Fahrkarte nach Kiel gebucht, einen Rückflug von Trondheim über Amsterdam nach Düsseldorf, und schon konnte meine Reise am 01.12.25 starten.

Kiel, die Anreise per Bahn ist von Münster direkt und sehr praktisch. In rund 4 Stunden ist man da. Klar, ich hatte eine Zwischenübernachtung eingeplant. Leider sind die Tage, auf denen die Bahn verlässlich und pünktlich von A nach B fährt, Geschichte. Aber eine entspannte Vorabendanreise hat auch etwas, vor allem, wenn man im Hafen vom Hotelzimmer aus die ein- und auslaufenden Schiffe- und ! U-Boote, früh morgens mit einer ersten Tasse Kaffee vom Zimmer aus beobachten kann😊, genial!





Jan-Hendrik Volkmer, Sales Manager der norwegischen Reederei Color Line,
hieß die Gruppe von Rund 14 Touristikern willkommen und stimmte uns auf unsere Fahrt von Kiel nach Oslo mit der „Fantasy“ ein. Zwei Schiffe, die „Magic“ und die „Fantasy“, verkehren täglich auf dieser Route. Bis zu 2800 Passagiere und 750 Autos haben auf den Fähren Platz. Da meine Fährfahrt mit Color Line schon einige Jahre zurück lag, war ich überrascht, dass sich die Überfahrt wirklich, wie auch zu buchen, wie eine Mini-Kreuzfahrt anfühlte. Gemütliche Kabinen, eine weihnachtlich geschmückte Laden- und Café bzw. Bar- und Restaurant-Zeile, zwei außerordentlich einladende Restaurants, eines davon in alter Kreuzfahrtmanier mit Balkonen und Ausblick durch ein großes Panorama-Fenster im Heck auf das Meer, ein Theater mit großartiger Abend-Show (!), eine Casino, eine Disko, ein „Aqua Land“ mit Rutschen.., einfach jede Menge Angebote für große und kleine Seefahrer und eine kurzweilige Überfahrt.
Hier einmal ein paar Eindrücke für Euch:





















Natürlich hieß es auch mal an Deck gehen, bei Regen und absoluter Dunkelheit. Ein paar Eindrücke der „Fantasy“ mitnehmen und wieder in das wohlig warme Ambiente des Schiffsinneren eintauchen..




HINWEIS:
Es ist wirklich beachtlich, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. Die Mini-Kreuzfahrt ist eine feine Sache und durchweg zu empfehlen. Es gibt sie mit Hotel-Aufenthalt in Oslo oder auch wieder auf direktem Weg zurück in der Kabine nach Kiel. Tiere sind bei dieser Mini-Kreuzfahrt nicht erlaubt.
Aufgepaßt bei einer Fährüberfahrt! Wer seinen vierbeinigen Liebling mitnimmt, sollte unbedingt folgende Dinge für diese 20 stündige Überfahrt wissen:

Besuchszeiten: 17:00, 20:30 und 07:15 Uhr. Max. 1 Person pro Tier zu den Besuchszeiten erlaubt
(Dauer: 15 Minuten)
Anzahl pro Buchung: Maximal 2 Hunde
Boarding: von Hunden ausschliesslich über das Autodeck
(Quelle: Color Line)
Wer sich und seinem Vierbeiner diese Tortour ersparen möchte, hat die Möglichkeit per Color Line Schnellfähre von Hirtshals nach Kristiansand überzusetzen. Zwar heißt es auch hier, nur Auto oder Zwinger/ Box für Euren Liebling, aber hier dauert die Fahrt nur 3 Stunden, also erheblich weniger Stress und Strapatzen für alle!

Weiter ging es mit der „Bergensbanen“ von Oslo nach Bergen. Eine 7-stündige Zugfahrt, die nur so im Flug verging. Es ist eine absolute Empfehlung und eine ganz wunderbare, entspannte Art, die vielen Facetten der norwegischen Landschaft kennenzulernen. Die Sitze sind sehr bequem und großzügig. Es gibt sogar Abteile mit Schlafmöglichkeiten. Der Service (Getränke & Speisen) findet am Platz statt oder man schlendert zur kleinen Bordküche.
Auch hier gibt es für Euch ein paar Eindrücke der Fahrt..






Tunnel um Tunnel durchfuhren wir. Je höher wir kamen, desto winterlicher und verschneiter wurden die Landschaften, bis wir schließlich ein Hochplateau erreichten und von weitem Skipisten und zugefrorene Seen sahen, einfach traumhaft schön..


Rückwärts mit Schnappschuß erwischt, Jule und Leoni von Norway ProTravel 😉☺️.




Mit vielen wunderschönen Eindrücken endete unsere Zugfahrt im weihnachtlich geschmückten Bergen.
Erst am nächsten Nachmittag sollte unsere Reise auf der Havila Capella weitergehen. Dazwischen lagen noch ein gemütliches Abendessen im Bryggen Tracteursted, ein Zusammenkommen mit der Touristikgemeinde Bergen, verteten durch Paal Thunaes und Fjordtours Marina Mayer Godia, die uns mit allen Infos zu touristischen Möglichkeiten und Historie zu Bergen und Umland versorgten, und eine gemütliche Übernachtung im Thon Hotel Orion.





Bergen ist übrigens durch das historische Hanseviertel „Bryggen“ (übersetzt Brücke oder Anleger) seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbestadt! Es galt im Mittelalter als wichtige europäische Handelsstadt. Heute vermitteln die bunten Holzhäuser, die schmallen Gassen und Museen einen lebendigen Eindruck dieser beeindruckenden Geschichte. Zur Weihnachtszeit ist es besonders schön zu erleben. Die vielen kleinen liebevoll geschmückten Fenster, Tannenbäume, Häuser und Schiffe strahlen einladend um die Wette wie eine kleine Weihnachtsstadt.












Auf den Spuren der Wikinger und des Mittelalters, kann man sich übrigens ganz hervorragend im „Bryggens Museeum“ und in der Bergenhus Festung mit Rosenkrantzturm bewegen. Alte Teile des Turms stammen aus den 1270er Jahren von König Magnus Lagabøte. Der Kern des Rosenkrantzturms, das Kastell am Meer, geht auf diesen König zurück und wurde als Teil des königlichen Hofes in Bergen errichtet. König Håkon Håkonsson (13. Jh.) war der Erbauer der nahegelegenen Håkonshalle, dem größten Gebäude des damaligen Königshofs. Wesentlich später, erst 1562 bis 1567, ließ der dänische Statthalter Rosenkrantz darauf eine Renaissance-Fassade errichten, die nach ihm benannt wurde. 1944 wurde der Rosenkrantzturm wie die Håkonshalle Opfer einer Schiffsexplosion. Der Turm wurde später wieder rekonstruiert. Aber jetzt genug der historischen Daten. Ich gebe Euch mal ein paar Eindrücke dazu..
















Spannend und sehr anschaulich war es und eine absolute Empfehlung!
Jetzt hieß es „Schiff ahoi“, die „Havila Capella“ wartete auf uns. Havila Voyages (Havila Kystruten AS) ist übrigens im Privatbesitz der norwegischen Familie Saevik. Gründer und Vorstandsvorsitzender ist der inzwischen 85-jährige Per Saevik, der das Unternehmen von seinen Anfängen im Fischereigeschäft zu einem diversifizierten Konzern führte und aufbaute, und die Postschiffrouten Norwegens bedient. Als die neuen Schiffe von Havila Voyages getauft werden sollten, gab es einen Namenswettbewerb unter seinen acht Enkelkindern.
Da Seeleute schon immer nach den Sternen navigiert haben, und es verlässliche Fixpunkte sind, sollten sie die Namen von Sternen bekommen. So wurden die Schiffe auf:
Havila Pollux, Havila Castor, Havila Capella, Havila Polaris
getauft.


Der Check In-Bereich, sehr persönlich, sehr entspannt und unheimlich freundlich!
Unsere Truppe beim Einchecken, die Vorfreude ist groß..☺️






Anders als bei großen Kreuzfahrt-Schiffen, geht das Boarden hier sehr entspannt relaxt zu. Aber wen wundert`s? Bei einer maximalen Kapazität von 640 Passagieren und max. 40 Tages-Passagieren, ist alles sehr überschaubar. Das Hurtigruten-Monopol wurde übrigens durch die norwegische Regierung erst 2021 aufgehoben und durch eine Neuvergabe der Konzessionen für die Küstenroute vergeben.
Havila Voyages Kystruten startete im Dezmber 2021 mit dem ersten Schiff, der Havila Capella. Seitdem darf Hurtigruten nur noch 7 statt 11 Schiffe einsetzen, während Havila 4 Schiffe für die staatlich subventionierte Versorgung der Küstenorte stellt. Die Firmenphilosophie ist großartig! Man setzt stark auf Nachhaltigkeit durch den Einsatz von LNG und riesigen Batterien für emissionsfreie Fahrten in den Fjorden, regionale Lebensmittel, Abfallreduktion, Verzicht auf Plastik und umweltfreundliches Design. Zudem sind alle Schiffe für den zukünftigen Wasserstoffantrieb vorbereitet und nutzen die Wärmerückgewinnung, was sie zu den umweltfreundlichsten Schiffen der Welt macht! Dieses Wissen gibt schon ein gutes Gefühl, wenn man durch die wunderschönen Fjord-Landschaften Norwegens fährt.

Auf dem Schiff, Deck 4,die verlassene Rezeption..😄. Alles spielt sich eigentlich auf Deck 6 ab. Da der Koffer auf die Kabine gebracht wird, heißt es ganz entspannt A N K O M M E N!














Das Schiff hat eine wunderbare klare Struktur. Die bis zum Boden gehenden Panoramafenster auf Deck 6, bieten eine ideale Aussicht auf die vorbeiziehenden Landschaften. Es gibt jede Menge gemütlicher Rückzugsorte in Form von Sessel- oder Couch-Landschaften mit grandiosem Ausblick!





Die Kabinen, in unserem und meinem Fall, Außenkabinen (nochmals DANKESCHÖN an Ulrike und Leonie von NPT, die für uns in eine Innenkabine zogen), sind großzügig und in einem warmen einladenenden Design gehalten. Die Duschkabinen sind richtig groß. Es gibt einen Kühlschrank und eine kleine Kaffee- und Tee-Bar gehören ebenso zur Ausstattung. Zusätzlich hatte meine Heck-Kabine noch doppelte Fenster, die den Schiffsmotor nur noch sehr leise hören ließen. Also absolut zu empfehlen, der Blick durch die Heck-Fenster war grandios!








Auch Handicap-Kabinen gibt es. Die Hilfestellungen in den Kabinen, die Zugänge sind hier auf die Bedürfnisse angepaßt. Die Suiten, die über einen eigenen Balkon verfügen, waren (leider) alle gebucht, so dass ich Euch hier keine Eindrücke zeigen kann.. Ein anderes Mal😉.

Natürlich gibt es auch die preisgünstigere Variante der Innenkabe. Auch hier heißt es, klein aber fein!

Die Verpflegung (VP) auf den Havila-Schiffen ist hochwertig. Man legt großen Wert auf regionale norwegische Zutaten wie Lachs, Kabeljau und Rentier. Aber auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten. Einfach beim Service-Personal anmelden und ruckzuck werden herrlich frische Gerichte aus den regionalen Anbaugebieten auf den Teller gezaubert. Die Küche ist wunderbar kreativ und sehr lecker!









Es wird à la carte mit persönlichem Service am Tisch serviert, was ebenfalls die Lebensmittelverschwendung reduzieren soll. Vollpension beinhaltet Frühstück, Mittag- und Abendessen, wobei Getränke wie Wasser, Kaffee und Tee oft inklusive sind. Bucht man ein „Kaffee-Package“, beinhaltet dies auch noch Kaffe & Kuchen am Nachmittag und Snacks aus dem Bistro 24 Stunden! Ansonsten werden Getränke wie Softdrinks, Weine, Bier, Cocktails & Co. extra bezahlt.



Hier einmal ein kleiner Überblick über das Schiff:


Katrin Greywe, Havila Key Account Managerin Germany, betreute uns auf unserer Havila Capella Reise. Wir durften Katrin mit allen Fragen löchern! Danke Dir Katrin, für Deine Geduld, die zahlreichen Infos und eine wunderschöne, wenn auch nur kurze Zeit auf dem Schiff!



Natürlich gibt es auch ein paar wunderschöne Impressionen für Euch vom Deck am Abend.





Kein Stern in Sicht, dennoch ein magischer Moment!
Am nächsten Morgen stand ein Ausflug von Trondheim zum Gerangerfjord auf dem Programm. Die „Havila Capella“ ließ uns von Bord, die „Fjord Experience“ hieß uns willkommen!










Die kleine Bordküche der Experience. Perfekt um einen halben Tag die Bergwelt und Fjorde zu genießen und dabei den einen- und anderen leckeren Snack wie Zimtschnecken, Wraps, Schoki, Tee oder Kaffee zu genießen.




Einen halben Tag waren wir im „UNESCO Weltnaturerbe Geirangerfjord“ unterwegs, sahen atemberaubende Landschaften und hatten viele schöne Momente. Danke an die Mannschaft von Fjord Experience und an die Fjord-Ranger, die mit an Bord waren, und uns unermüdlich die Geschichte der einzelnen Fjorde und Landschaften nahe brachten.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen auch von der Havila Capella. Die zwei Tage an Bord vergingen wie im Flug. Wir bekamen die Möglichkeit dieses wunderbare Schiff gut kennenzulernen und sind begeistert!
Ob Kabinen, Service, Größe und Aufteilung, Restaurants, Wellness und auch Nachhaltigkeit,
es ist absolut top und empfehlenswert! Also, wer jetzt Lust bekommen hat – kommt vorbei, wir beraten Euch mit vielen Details und Tipps!
Zurück mit dem Flieger ab Trondheim über Amsterdam nach Düsseldorf – bei Vollmond..

Zum Schluss eine Herzensangelegenheit..

Norwegen ist einfach wunderschön und verfügt über eine atemberaubende Landschaft. Es gibt täglich rund um die Uhr, unzählige magische Momente und unglaubliche Augenblicke. Die Tierwelt- ob über oder auch im Wasser ist faszinierend. Wie traurig ist es, dass noch heute jedes Jahr in Norwegen rund 500 Wale getötet werden – mehr als in Japan und Island zusammen! 2024 waren 81% der 414 getöteten Zwergwale Weibchen – und mehr als jedes zweite war schwanger! Die Walfänger wählen sie gezielt als leichtes Opfer aus, denn mit ihren Nachwuchs im Bauch schwimmen sie langsamer und müssen öfter zum Luft holen an die Meeresoberfläche. Jede Harpune beendete somit gleich zwei Leben. (Quelle WDC) Wer sich hier mehr informieren und/oder den Tieren eine Stimme geben, unterstützend eingreifen möchte, dem sei WDC ans Herz gelegt.
Website https://de.whales.org/
WDC, „Whale and Dolphin Conservation“ mit Sitz in München, ist die weltweit führende gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet.
Wale und Delfine vor den Bedrohungen durch Umweltverschmutzung, Gefangenschaft und der industriellen Fischerei zu schützen ist hier das Ziel.
Kontaktdaten WDC mail: kontakt@whales.org Tel.:089 6100 2393, GF Franziska Walter
Euch noch alle besten Wünsche für 2026, bis zur nächsten Reise, liebe Grüße,
Eure Eva Praschma vom TUI ReiseCenter Herne & natürlich
Peter Ruh mit Team von Eurem TUI ReiseCenter Reisebüro am Kollwitzplatz